Wallfahrtskirche Kaltenbrunn Kaunertal

Wallfahrtskirche Kaltenbrunn

Vor langer Zeit sollen Hirten ein Marienbild am heutigen Standort der Wallfahrtskirche entdeckt haben. Drumherum wuchs Roggen und Weizen, das jedoch von den Tieren nicht gefressen wurde. Ein frommer Pilger kam mehrmals ins Tal zu diesem Marienbild und behauptete, das sei ein heiliger Ort.

Später errichtete ein Mönch eine hölzerne Kapelle und bewohnte ein Holzhaus neben der Quelle, dem Kalten Brunnen.

1273 kam ein Herr von Schenkenberg zur Mutter Gottes beim Kalten Brunnen und erbaute zu seiner Buße eine steinerne Kapelle, die 1438 niederbrannte. Die Weihe der heutigen Kirche fand am 28. Oktober 1592 statt. Bald wurde Kaltenbrunn ein beliebter Wallfahrtsort und von überall pilgerten die Leute zum Gnadenbild der Mutter Gottes von Kaltenbrunn. 

1627 wurde Kaltenbrunn eine selbständige Kuratie, ein Widum wurde gebaut und der Friedhof angelegt. Seit 1891 ist Kaltenbrunn eine selbständige Pfarrei. Nach einem Hangrutsch wurde die Kirche 1977 generalsaniert und 2008/10 zuletzt restauriert.

Gottesdienst:
Sonn- und Feiertag 10.30 Uhr

Gerichtskreuzgang nach Kaltenbrunn

Seit den Pestjahren 1634/35 gehen die Menschen aus dem Oberen Gericht am Pfingstdienstag nach Kaltenbrunn zum Wallfahrten.

Damals wütete in der Region die Pest. Mit großem Gottvertrauen gelobte die Bevölkerung jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten nach Kaltenbrunn zu gehen, sollte die Seuche nicht so schlimm ausfallen. Seither kommen die Gläubigen zu Fuß aus allen Dörfern des Oberen Gerichts (Serfaus, Fiss, Ladis, Fendels, Prutz, Faggen, Pfunds, Tösens, Kauns, Kaunerberg und Kaunertal) und feiern zusammen in Kaltenbrunn die Heilige Messe. 

Wallfahrtswege nach Kaltenbrunn

  • von Ötz über Roppen – Wenns – Gachen Blick – Kaunerberg
  • von Landeck – auf der alten Römerstraße Via-Claudia-Augusta über Fließ – Gufer – Kauns
  • von St. Leonhard im Pitztal übers Wallfahrtsjöchl (2770 m) – Gallruth
  • von Langtaufers in Südtirol (I) übers Weißseejoch (2960 m) – Gepatschhaus (Übernachtung) – durchs Kaunertal

Buchtipp: Auf Wallfahrtswegen in Tirol (Martina Markovits; Klaus Markovits), Tyroliaverlag

Wallfahren heißt „Wandern auf stillen Pfaden“

Eine Wallfahrt ist eine rein katholische Tradition, bei der besonders der Marienverehrung ein hoher Stellenwert zukommt. Die Wallfahrten werden meist in Gruppen organisiert und haben eine Wallfahrtskirche zum Ziel, wo ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert wird. Alle Teilnehmer haben ein bestimmtes, gemeinsames Anliegen, wie die Heilung von einer Krankheit oder eine besondere Bitte. Eine Wallfahrt dauert meist nur kurz. Nicht der Weg ist das vorrangige Ziel, sondern der Ort und das gemeinsame Beten und Bitten.

Beim Pilgern geht es meist um längere Unternehmungen zu weit entfernten Orten z. B. Rom, ins Heilige Land und Santiago de Compostela. Der Pilger ist meist allein unterwegs. Eine Pilgerreise ist lang und beschwerlich und wird meist nur einmal im Leben unternommen. Nicht der Pilgerort ist wichtig, sondern der Weg ist das Ziel, das Finden zu sich selbst, die Bewältigung von Strapazen wie Hitze und Kälte, die Überwindung von Naturhindernissen.

 

Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

Dein Mantel ist sehr weit und breit, 
er deckt die ganze Christenheit, 
er deckt die weite, weite Welt, 
ist aller Zuflucht und Gezelt. 
Patronin voller Güte, 
uns allezeit behüte!

Maria, hilf der Christenheit, 
dein Hilf erzeig uns allezeit, 
komm uns zu Hilf in allem Streit,
verjag die Feind all von uns weit. 
Patronin voller Güte, 
uns allezeit behüte!

O Mutter der Barmherzigkeit, 
den Mantel über uns ausbreit; 
uns all darunter wohl bewahr 
zu jeder Zeit in aller Gfahr. 
Patronin voller Güte, 
uns allezeit behüte.

Diesen Beitrag teilen
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on print
Share on email